Mitteldeutscher Verband für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung

Der Mitteldeutsche Verband für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (MDVS) e. V. ist ein Berufsverband von Sprechwissenschaftler*innen, Sprecherzieher*innen bzw. Angehörigen fachverwandter Berufe sowie Studierenden des Fachs. Als Regionalverband ist er Ansprechpartner in den mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch für Kolleg*innen in Brandenburg und Berlin.

Der Verband vertritt die berufspolitischen Interessen seiner in Forschung, Lehre und Therapie tätigen Mitglieder und fördert deren Zusammenarbeit sowie ihre Aus- und Fortbildung. Der Verein setzt sich zudem in versicherungs- und arbeitsrechtlichen Belangen für seine Mitglieder ein. Als Landesverband der DGSS (Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e. V.) unterstützt er deren gemeinnützigen Zwecke.

Die Mitgliedschaft im MDVS e. V. bietet folgende Vorteile:

  • regelmäßige Weiterbildungsveranstaltungen, wie z.B. Vorträge namhafter Fachvertreter*innen und praxisorientierte Workshops, für Mitglieder kostenlos oder ermäßigt
  • kostenloser Bezug von sprechen, der bislang einzigen deutschsprachigen Fachzeitschrift für Sprechwissenschaft, Sprecherziehung, Sprechtherapie und Sprechkunst (erscheint zweimal jährlich)
  • kostenlose Jahresgabe für Vollmitglieder in Form eines Buches oder einer CD/DVD (Mitglieder mit ermäßigtem Beitrag erhalten die Jahresgabe auf Wunsch zum Vorteilspreis)

Der Verband unterstützt und fördert:

  • Arbeitsgemeinschaft Sprechen im Lehrberuf des MDVS e.V.
  • Herausgabe der wissenschaftlichen Reihe Schriften zur Sprechwissenschaft und Phonetik
  • Tagungen und Veranstaltungen mit sprechwissenschaftlichen Inhalten 

 

Foto: privat

Wir trauern um Prof. Dr. phil. habil. Baldur Neuber

 

Die Abteilung Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg (MLU) und der Mitteldeutscher Verband für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e.V. (MDVS e.V.) trauern um Prof. Dr. Baldur Neuber. 

Nach dem Studium der Sprechwissenschaft und Germanistik (Diplom) von 1984 bis 1988 an der MLU war Baldur Neuber bis 1992 Wissenschaftlicher Assistent an der Philosophischen Fakultät (Bereich Fremdsprachen) der Technischen Universität Chemnitz und von 1993 bis 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz. 1994 erfolgte die Promotion zum Dr. phil. an der MLU.

Von 1997 bis 2006 war er Wissenschaftlicher Assistent, später Oberassistent, am Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er sich 2001 habilitierte. 2002 übernahm er eine Gastprofessur und nachfolgend professorale Lehrtätigkeiten am Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik der MLU. Ab April 2006 war er hier unbefristet als Hochschullehrer und Professor tätig. Mehrmals war er Geschäftsführender Direktor des Seminars. Er hat das Fach in universitären Gremien vertreten und war aktives Mitglied in verschiedenen Fachverbänden.
 
Baldur Neuber war wissenschaftlich breit aufgestellt, er hat zu einer Vielzahl von empirischen Phänomenen, theoretischen Problemen und methodischen Fragestellungen in allen Teildisziplinen der Sprechwissenschaft im universitären und teilweise auch privatwirtschaftlichen Bereich gearbeitet. Er hat mehr als 80 Fachpublikationen zu Themen der Rhetorik, der Experimentalphonetik, der Prosodieforschung, der Sprechwirkungsforschung, der Sprechkunst so wie der Andragogik und Didaktik der Sprechwissenschaft verfasst. 
 
Als akademischer Lehrer war es ihm stets ein wichtiges Anliegen, Studierende und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu begeistern und zu fördern. Zahlreiche Promovierende wurden von ihm auf ihrem Weg begleitet und geprägt.
 
Baldur Neuber hat zahlreiche Projekte initiert und geleitet, hervorzuheben ist hier die transdisziplinäre Erforschung der Telekommunikation. Sehr enge fachliche und kollegiale Kontakte bestanden zum Phonetischen Zentrum der Universität Woronesh.
 
Seine schwere Erkrankung hat Baldur Neuber mitten aus seinem aktiven wissenschaftlichen Leben gerissen. Sein Tod hinterlässt eine schmerzhafte Lücke in der Sprechwissenschaft.
 
Wir werden Baldur Neuber nicht nur wegen seiner fachlichen Expertise vermissen, sondern auch wegen seiner Freundlichkeit, seiner Kollegialität und Hilfsbereitschaft. 
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.
 
Für das Kollegium und die Studierenden der Sprechwissenschaft
Prof. Dr. Ines Bose 
Jun.-Prof. Dr. Clara Luise Finke
Prof. Dr. Sven Grawunder
Prof. (i. R.) Dr. Dr. h. c. Ursula Hirschfeld 
Prof. (i. R.) Dr. Eberhard Stock
Prof. Dr. Susanne Voigt-Zimmermann
 
Für das Phonetische Zentrum der Staatlichen Universität Woronesh
Prof. Dr. Ludmila Veličkova
 
Der Vorstand des MDVS